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Marokko

Last adventure in Africa: TANGER

By |Juni 5th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Durchs Landesinnere tingeln wir ganz gemütlich Richtung Norden. In Tanger wollen wir wieder nach Europa übersetzen. Genauer gesagt nach Tarifa, Spanien.

Auf dem Weg dorthin lassen wir die letzten Wochen nochmal Revue passieren. Wir denken daran wie wir mitten auf der Straße ohne funktionierende Gangschaltung gestanden sind, wie abenteuerlich und riskant unsere Fahrt durch das Rif-Gebirge oder wie beeindruckend die Sahara war, ohne dabei zu wissen wie abenteuerlich unser Aufenthalt in Tanger erst sein wird. Oder könnt ihr euch vorstellen eine Stadt mit einem blinden Passagier zu durchqueren, der sich hinten an eure Heckklappe klammert oder ohne ersichtlichen Grund nicht auf die Fähre gelassen zu werden?
Nein? Wir bis dahin auch nicht…

Jedenfalls sind wir heilfroh als wir auf der Fähre im strammen Wind der Straße von Gibraltar auf den zweiten Teil unserer Reise anstoßen können!

Ein letzter Pfefferminztee, bevor ich sag Adé!

By |Juni 3rd, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Wir fahren langsam wieder in Richtung Norden und um uns auf unsere Rückkehr nach Europa vorzubereiten legen wir auch einen Stopp in Agadir ein wo wir so viele Touristen antreffen wie noch nie in Marokko. Wir bummeln über die schöne Promenade, vorbei an tollen Hotels und träumen vom nächsten All-Inclusive-Urlaub…nicht! ;-)

Gemütlich gondeln wir entlang der Küste, stoppen nochmals wie geplant in Essaouira und stürzen uns diesmal ohne Festivalbesucher in die Medina. Auch wenn nun viel weniger los ist fällt uns auf, dass die Marokkaner hier irgendwie entspannter sind. Ob das mit den guten Handelsbeziehungen ins Rif-Gebirge zu tun hat können wir nur vermuten… Das Beste aber ist: wir können gemütlich durch die Gässchen bummeln. Nur die Barbiere sind etwas frech und behaupten doch tatsächlich, dass Stefan’s Bart etwas Pflege nötig hätte.

I fell in love with the seaside

By |Juni 2nd, 2015|Categories: Marokko||2 Comments

Wir kommen an am Plage Blanche, dem südlichsten Punkt unserer Reise. Kilometerweit zieht sich der “weiße Strand” am Atlantik entlang. Der Plage Blanche ist wirklich beeindruckend. Als wir morgens aufwachen ist der Himmel wolkenverhangen und die feuchte Meeresluft hüllt alles in ein schaudrig difuses Licht. So könnte man sich das Ende der Welt vorstellen… Vom ehemaligen Hotel stehen nur noch verwahrloste Baracken herum, die einzigen die hier die Stellung halten sind die Jungs vom Marineposten.

Leider ist kein anderer Offroader hier und allein ist uns der Geländeausritt direkt am Meer zu heikel. So nehmen wir die Straße parallel zum Meer und cruisen Richtung Sidi Ifni. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass der Surf-Spot von Marokko eher einer Geisterstadt gleicht. Und das obwohl wir doch eigentlich noch nen Surfkurs machen wollten. Aber wir haben ja noch ein paar Orte vor uns. Fingers crossed!

Ganz in der Nähe von Sidi Ifni sind die Felsbögen von Legzira. Von der Hauptstraße muss man nur eine Stichstraße Richtung Meer fahren und dann eine kurze steile Piste bis nach unten. Hier findet man eine wunderschöne Bucht die von mehreren Felsbögen eingerahmt am Atlantik schlummert. Vom Meer ausgewaschen haben sich drei große Bögen gebildet. Noch trotzen die Kolosse den ständigen Wellen des rauschenden Ozeans. Doch die Erosion spült Stein für Stein frei und lässt die Bögen stetig dünner werden. Wer also in der nahegelegenen Touri-Hochburg Agadir seine Plautze pauschal vom Pool zum Buffet schleppt sollte sich zumindest einen Tag aufraffen und nach Legzira fahren. :-)

Ich sehe bunte Steine!

By |Juni 1st, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Das nächste und letzte Gebirge das wir ansteuern ist der Anti-Atlas. Wie wir finden die schönste Gebirgskette von Marokko!

Auch hier sind die Häuser zum Teil direkt an das Gebirge gebaut worden. Oft sieht man hier zerfallene Häuser direkt neben Neubauten. Hier ist es nämlich so, dass alte Häuser bei Zerfall sich selber überlassen werden und man einfach weiterzieht – entweder im gleichen Ort oder aber der ganze Ort wird um ein paar Kilometer “verschoben”.

Wir durchqueren die Orte Tata, Akka und steuern Tafraoute an. Ein netter Ort der für seine Lederschuhe als auch für seine Granitlandschaft bekannt ist. Ansich spielen Steine hier eine große Rolle, so findet man ein paar Kilometer weiter einen Felsen der aussieht (bzw. sehen soll) wie der Hut Napoleons, diverse Felsgravuren und bunte Steine. Ok, sie sind nicht von Natur aus so bunt sondern wurden – aus welchen Gründen auch immer – von einem Künstler bemalt. Sowas nennt man wohl Kunst ;)

Inspiriert von so viel Steinen entscheiden wir uns dann auch zwischen zwei Steinen zu schlafen :)

Next stop: Palmenoase!

By |Mai 28th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Nach soviel Wüste ist eine Oasenstadt genau die richtige Abwechslung. In Tazzarine fährt man abseits der Hauptstraße durch schmale Sträßchen mit Bewässerungsgräben, die Grundstücke sind mit hohen Mauern aus Lehm getrennt und ein Wald von Palmen spendet den nötigen Schatten.

Unsere Route führt uns vorbei an kilometerlangen bizarren Felsformationen, durch karge Halbwüsten bis am Horizont das satte grün des “Valée du Drâa” auftaucht. Der Fluss Drâa zieht sich hier wie eine Lebensader durch die ansonsten sandgelbe Landschaft und lässt unter den Dattelpalmen auch anderes Obst und Gemüse gedeihen.

Die Sonne brennt bereits hoch vom Himmel als wir Zagora erreichen.
In der Markthalle lassen wir uns vom Gemüsehändler übers Ohr hauen und in der Stadt muss Stefan zwei eifrige Mechaniker abwimmeln da wir keine Werkstatt brauchen…als ob wir das überhaupt jemals gebraucht hätten…pfff!

Wir quartieren uns auf einem Campingplatz ein und lassen uns den stilecht vorm Auto servierten Minztee schmecken. Bei sengender Hitze entspannen wir im Schatten hoher Palmen, kühlen uns ab und zu unter der Dusche ab und verlegen unsere Bordküche nach draußen.

Was man in Zagora unbedingt gemacht haben muss? Sich neben das bekannte Bild “TOMBOUCTOU 52 jours” stellen und ein Foto machen. Gerne auch wenn ein alter Opi nasebohrend ins Bild läuft ;-)

Die schick ich in die Wüste!

By |Mai 26th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Nun sind wir also soweit in den Süden gefahren, dass die echte, richtige, wahrhaftige, größte Sandwüste der Erde namens Sahara nur noch eineinhalb nordafrikanische Autostunden entfernt ist. Ich spreche von der Art Wüste in der es im Jahr maximal 250 mm Niederschlag gibt. In manchen Jahren sogar gar keinen. Nur heute, an diesem Tag im Mai 2015 als zwei Schwaben samt griechischem Importwauzi hier vorbeikommen schüttet es wie aus Kübeln. Pah, Überraschung! Und ich hab meinen Kumpel belächelt als er mir vorgeschlagen hat die Scheibenwischer doch noch zu erneuern: “Ach was, wir fahrn im Sommer nach Marokko, da regnet’s eh nie!”

Ein kleiner Exkurs in die Praxis:
Wenn in Marokko ein Flussbett (welches fast immer trocken ist) nicht tiefer als 1,50m ist nimmt man anstatt einer Brücke mit rauem Teer der Körnung -2500 hier halb so groben Stahlbeton und formt eine dem querenden Flussbett angepasste Kuhle. Man fährt also im vollen Galopp runter ins Flussbett, drüber und schanzt hoch. Und wenn dann das Regenwasser knöcheltief auf dem Stahlbeton steht dann ist der Nachteil der alten Scheibenwischer… marginal!

Tina ist inzwischen an die Gepflogenheiten auf den Straßen hierzulande so gewöhnt, dass statt einem “Pass auf!” nun ein freudiger Jauchzer zu hören ist…man denke an ein Kind welches freudig in eine Pfütze hüpft… Nur als links am Horizont ein dunkelgraues Band aufzieht welches sich recht zügig nach rechts, also in Richtung Straße bewegt wird’s auf dem Beifahrersitz plötzlich unruhig: Ein Sandsturm bahnt sich seinen Weg durch die Prärie. Obwohl wir rechts ranfahren bevor wir richtig drin sind drückt der Wind den Sand durch jede Ritze und jeden Spalt. Ich stelle die Zündung an und lasse beide Gebläse auf Umluft in Stufe drei laufen um überhaupt irgendwas zu unternehmen. Ob […]

Heut regnet’s wohl auch nur einmal..

By |Mai 24th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Wir fahren die Straße der Kasbahs entlang und erreichen den Eingang zur Dades-Schlucht am Spätnachmittag, wo wir nach gut 35 km zur engsten Stelle der Schlucht gelangen. Durch dieses Nadelöhr passt lediglich die schmale Straße und der hier noch junge Dades-Fluss. Als wir (gierig) Linsen mit Spätzle und Saitenwürste in uns hineinschieben hören wir die ersten Regentropfen aufs Dach prasseln.

Wir erkunden den Canyon tags darauf in den Regenpausen zu Fuß und müssen am übernächsten Tag leider am Ende der Teerstraße wenden, da die unbefestigte Querverbindung zur Todra-Schlucht dank des vielen Regens unpassierbar ist.

Es ist Sonntag, sogar Pfingstsonntag. Das interessiert die Marokkaner natürlich wenig, sie machen nämlich jeden Sonntag Ausflüge an solch beliebte Ausflugsziele wie die Todra-Schlucht. Gerne als Gelage mit halbem Hausstand und ganzer Sippe. Dementsprechend gemütlich ist es in dieser landschaftlich spektakulären Schlucht in der links und rechts die Felswände mehrere hundert Meter in die Höhe ragen.
Wir genießen diese Kulisse mit genügend Mindestabstand bei einem leckeren Mittagessen aus der Bordküche.

Wer brauch schon eine funktionierende Gangschaltung?! Teil II

By |Mai 22nd, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Wir stecken unser Schwert wieder ins Heft und reiten, ähm rollen weiter Richtung Osten. Auf dem Weg in die Dades-Schlucht treffen wir uns noch mit zwei anderen T4-Fahrern und nach einem gemütlichen Abend mit Hilke und Micha reparieren wir die Schaltung ein zweites Mal. Bei einem eigentlich netten Ausflug durch eine Palmoase ging nämlich nach ein paar Holpersträßchen wieder kein Gang mehr rein!

Alle einsteigen! Franz ist bereit zur Abfahrt!

By |Mai 20th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Als wir am nächsten Tag kurz vor Mittag in die Werkstatt gehen können wir es noch gar nicht glauben: Unser Franz ist fertig repariert und wir können wieder unsere fahrende Eineinhalbzimmerwohnung beziehen. Sogar Django freut sich, der beim Anblick von Franz schwanzwedelnd dasteht :)

Von Marrakech aus steuern wir über die große Ausfallstraße in Richtung Süden. Wir wollen über den Tizi’n’Test-Pass den Hohen Atlas überqueren. Eine tolle Route! Wir fahren vorerst noch entlang von Palmen gesäumten Dörfern und nehmen immer mehr an Höhe zu. Über mehr als 60 km führt die enge Straße von einem Hochtal ins nächste, gewinnt an Höhe, fällt wieder etwas ab um dann wieder hinter der nächsten Biegung mit dem nächsten Steilstück aufzuwarten.

Immer auf der Hut vor Gegenverkehr kurbeln wir uns vollends die letzten sehr steilen Kilometer parallel zum Abhang auf die Passhöhe von 2100m hoch. Da uns statt der Abendsonne eine dicke Schicht Hochnebel samt kühlem Wind entgegenschlägt beenden wir diesen Tag in der Hoffnung morgen früh eine bessere Fernsicht zu erwischen. Der anhaltende Wind nötigt uns dazu unser Loft im Aufstelldach heute eingeklappt zu lassen. So machen wir es uns im Souterrain gemütlich. Am nächsten Morgen gibt uns die Wolkendecke auch nur die oberen fünfhundert Höhenmeter frei und verhüllt weiter die Talsohle.

Franz rollt mühelos die Serpentinen nach unten und stoppt nur wenn wir die tolle Aussicht für ein Foto nutzen wollen. Wir knattern weiter über endlose, karge Steppen und machen ordentlich Strecke. In Ait Benhaddou folgen wir den Spuren großer Filmstars. In dieser Stadt, die nur aus Lehmbauten besteht, wurden seit den 50ern des letzten Jahrhunderts zahlreiche kriegerische Hollywoodstreifen gedreht. Die Kulisse ist wirklich imposant.

Auf ins gelobte Land – die VW-Werkstatt in Marrakech!

By |Mai 19th, 2015|Categories: Marokko||0 Comments

Damit wir ja nicht zu spät bei unserem Werkstatttermin um 8.00 Uhr morgens erscheinen, übernachten wir direkt in Marrakech bei der Koutoubia Moschee wo uns der Muezzin in seinen abendlichen Gebetsruf mit aufnimmt ;)

Gebetsruf des Muezzin

Pünktlich um 8 stehen wir dann vor der Werkstatt und “Mr. Stephane” kann tatsächlich unseren Franz in den Hof fahren. Wir machen es uns in der Lounge des Autohauses gemütlich, sehen zu wie Franz erst auf die eine Hebebühne hochgefahren, dann wieder runtergefahren und wieder auf eine andere Hebebühne hochgefahren wird. Schon allein das dauert ungefähr zwei Stunden. Da uns niemand genau sagen kann wie lange die Reparatur dauert, es kurz vor Mittag ist und der Laden dann für 2 Stunden schließt, beschließen wir die Stadt zu erkunden.

Leider dürfen wir mit Django in keine öffentlichen Gebäude und so eine Stadterkundung macht auch nicht so richtig Spaß, wenn man sich fragt wie es seinem Auto so geht… Also stehen wir nachmittags wieder vor der Werkstatt in der Hoffnung, dass die Reparatur Fortschritte gemacht hat. Nun ja.. wir haben unseren Aufenthalt dann spontan verlängert und eine Nacht im Hotelzimmer verbracht. Somit hatten wir die Gelegenheit uns Marrakech auch bei Nacht anzuschauen und vor allem das nächtliche Treiben auf dem Djemaa el Fna-Platz zu beobachten. Während mittags hier noch kein einziger Stand zu sehen war, ist nur ein paar Stunden später der gesamte Platz voll mit Gauklern, Schlangenbeschwörern, Wahrsagern und kulinarischen Ständen – incl. Strom- und Wasseranschluss der (so scheint es) aus dem nichts kommt.